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EINE DARSTELLUNG DER RUMÄNISCH-ORTHODOXEN KIRCHE
Das rumänische Volk entstand aus dem dakischen Volk und den hinzugekommenen Römern. Diese genetische Synthese vollzog sich zwischen dem Jahr 106 n. Ch., dem Datum der Eroberung Daziens durch die Römer, und dem Jahr 271, dem Datum des Rückzugs der römischen Heere. Die Bewohner und ihr Land bekamen einen Namen, der mit dem der Römer fast identisch ist – Rumänien.
DAS CHRISTENTUM BEI DEN RUMÄNEN
Im Römerbrief schrieb der hl. Ap. Paulus, dass er das Evangelium Christi bis Illyrien, also bis fast an die Grenze des heutigen Rumänien verbreitet habe. Der hl. Apostel Andreas hat das Evangelium im Land der Skythen verkündet – gemäß dem Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea (+339) und Origenes (+254). Tertullian (+240) vermerkte, dass das Christentum in seiner Zeit unter den Sarmaten, Daken und Skythen verbreitet wurde. Einige Bischöfe von Tomis (Constanta) haben an ökumenischen Konzilien teilgenommen: Theofil von Gothie (325 Nizaea), Timothei (431 Ephesus), Alexander (451 Kalzedon). Die Kirche Skythia Minor (die heutige Dobrudscha) ist die Heimat bekannter Theologen wie Johannes Cassian (+431), Dionysius Exiguus (der die christliche Zeitrechnung festlegte, +570) und der sogenannten „skythischen Mönche“ (6. Jahrhundert).
Die Bildung der Metropolien der Ungrowalachei (Arges 1359), Moldau (Suceava 1401) und Transylvanien/Siebenbürgen (14.-15. Jh., Balgrad, Alba Iulia, Vad, Feleacu, Geoagiu, Hunedoara) war eine Konsequenz der Anerkennung bereits existierender kirchlicher Strukturen durch das Ökumenische Patriarchat. Das Wort Gottes wurde auf Rumänisch veröffentlicht: im Jahre 1581 (Teile des Alten Testaments), 1648 die erste Übersetzung des Neuen Testaments (Alba Iulia) und 1688 die erste komplette rumänische Bibel (Bukarest).
Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche ist seit 1885 eine authokephale (selbständige) Kirche. Im Jahre 1925 wurde die Rumänisch-Orthodoxe Kirche zum Patriarchat mit Sitz in Bukarest. Der sechste Patriarch ist S.S. DANIEL I., seit 2007 im Amt.
STATISTISCHE ANGABEN
Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche ist mit ca. 24 Mio. Mitgliedern (87 % der Bevölkerung) die zweitgrößte nach dem Moskauer Patriarchat. Der heilige Synode der Rumänisch-Orthodoxen Kirche besteht aus 53 Mitgliedern (Patriarch, 8 Metropoliten, 5 Erzbischöfe, 24 Diözesanbischöfe, 2 Patriarchal Vikarbischöfe, 10 Vikarbischöfe und 3 Weihbischöfe). In Rumänien gibt es 28 Diözesen, 175 Dekanate mit 14.537 Priestern und Diakonen, die in 15.717 Kirchengebäuden zelebrieren, sowie 13 Diözesen in der Diaspora mit 513 Priestern und Diakonen.
In Rumänien gibt es 359 Klöster, in denen 2.810 Mönche und 4.795 Nonnen (insgesamt 7.605, im Jahre 1989 waren es lediglich 2.511) leben. Außerdem gibt es noch 15 (im Jahre 1989 nur 2) theologische Fakultäten mit 12.244 Studenten und 10.479 Religionslehrern.
Im Jahre 1949 gründete Metropolit Visarion Puiu in Paris ein Bistum für die in West- und Zentraleuropa lebenden Rumänen. Im Jahre 1993 verlieh die heilige Synode der Rumänisch-Orthodoxen Kirche den östlichen Gebieten des Erzbistums von Paris, (den Kirchengemeinden in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Dänemark, Schweden und Norwegen) den Rang einer Metropolie mit dem Titel „Rumänisch-Orthodoxe Metropolie für Deutschland und Zentraleuropa“. Die Metropolie zählt ca. 300.000 Rumänen, die in 26 Gemeinden mit 20 Priestern und einem Diakon organisiert sind. Der Vorsteher der Metropolie ist seit 1994 S.E. Erzbischof und Metropolit Dr. SERAFIM Joantă mit Sitz in Nürnberg.
RUMÄNISCH-ORTHODOXE KIRCHENGEMEINDE IN ÖSTERREICH
Die rumänisch-orthodoxe Kirche ist in Österreich eine anerkannte Kirche. Es gibt seit 1730 historische Beweise für die Existenz orthodoxer Gläubigen in Wien, durch das Toleranzedikt von Kaiser Josef II. (1782) nachweisbar, als der orthodoxe Glaube legal anerkannt wurde. Im Jahre 1868 haben in der ehemaligen Monarchie 3,2 Mio. orthodoxe Christen gelebt. Derzeit leben in Österreich ca. 500.000 orthodoxe (Serben, Rumänen, Griechen, Russen und Bulgaren) und altorientalische Christen.
Die Rumänen haben zusammen mit den Griechen in der Kirche zur „Heiligen Dreifaltigkeit“ ihre Gottesdieste zelebriert. Ende des 19. Jahrhunderts wollten die orthodoxen Rumänen die Gottesdienste auf Rumänisch haben und eine eigene Kirche bauen. Seit 1906 benützen die rumänisch-orthodoxen Gläubigen eine gemietete Wohnung, im 1. Bezirk Wiens, Löwelstr. 8, als Kapelle.
Durch das Orthodoxengesetz aus dem Jahr 1967 wurde die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Wien als Körperschaft des öffentlichen Rechts bestätigt. In Österreich gibt es noch sechs rumänisch-orthodoxe Pfarren in:
- Salzburg: Pfr. Dr. Dumitru VIEZUIANU, Tel/Fax: 0662/454430; Mobil: 0664/7692833
E-Mail: parohia_salzburg(a)yahoo.de
Kirche: Robinigstr. 48, 5020 Salzburg
Filie: Braunau am Inn, Maria Höft
- Graz: Pfr. Drd. Nicolae Liviu VÎLCEA; Tel/Fax: 0316/57 98 20; Mobil: 0699/10 46 40 15
E-Mail:
orth.rumgraz(a)gmx.at Internet: www.parohia-ortodoxa-graz.at Kirche: Dreifaltigkeitskirche, Schloßbergplatz 1
Filie: Neudau
- Linz: Pfr. Dr. Sorin Emanuel BUGNER; Tel: 0676/3156639
E-Mail: bugnersorin(a)yahoo.com Internet: www.iquebec.com/bisericalinz
Kirche: HI. Kreuzkirche, Harrachstr. 7, 4020 Linz
Filien: Amstetten, Ybbs/Donau und Vöcklabruck
- Knittelfeld: Pfr. Ioan Cristian GREUCEANU; Tel: 0676/7825195
E-Mail: greuceanu.cristian(a)ainet.at
Internet: www.parohia-ortodoxa.org Kirche: St. Johannes Kirche, Salzburgerstrage 231, Knittelfeld
- Klagenfurt: Pfr. Mag. Viorel Visarion IPATI; Tel: 0699/11989672
E-Mail: visaviena(a)yahoo.com
Kirche: Kreuzberglkirche, Volkmannweg 1, 9020, Klagenfurt
- Feldkirch: Pfr. Drd. Alexandru NAN
E-mail: info(a)biserica-romana.ch
Internet: www.biserica-romana.at
Kirche: Pauluskirche, Bergmanngasse 2, 6800 Feldkirch
Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche aus Österreich gehört zur Rumänisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und Zentraleuropa, Erzbischof Dr. SERAFIM.
Gemäß eines Beschlusses der Metropolitanversammlung wurde im Jahre 1998 die rumänisch-orthodoxe Kirche in Österreich als Vikariat organisiert. Im Laufe der Zeit waren in Wien folgende rumänisch-orthodoxe Pfarrer tätig: Dr. Virgil CIOBANU, Dr. Petre PROCOPOVICI, Petre JANCOVSCHI, Ioan RACOCEA, Prof. Dr. Gheorghe MOISESCU (1961-1974), Dr. Marin BRANIŞTE (1974-1993), Dr. Nicolae DURA (seit 1993).
Die zur Kapelle umgebaute Mietwohnung (1906) in der Löwelstr. 8 wurde die erste rumänische Kultstätte in Wien und gleichzeitig zum religiös-kulturellen Mittelpunkt der Rumänen in Österreich. Deshalb gründeten führende Köpfe der rumänischen Gemeinde in Wien anläßlich des 60. Regierungsjubiläums des Kaisers (1908) den „Rumänisch-griechisch-orientalischen Kaiser Jubiläums-Kirchenbau und Kirchengemeinde Gründungs Verein“ in Wien. Die Rumänen richteten einen Baufond ein und sammelten fast ein Jahrzehnt Geld. Der erste Weltkrieg, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die Geldentwertung vereitelten jedoch den Wunsch nach einer eigenen rumänischen Kirche.
Unsere Pfarre „Zur Heiligen Auferstehung“ in Wien hat – mit Gottes Hilfe – nun eine eigene Rumänisch-orthodoxe Kirche gebaut. Der Wunsch der Rumänisch-orthodoxen eine Kirche zu haben, ist alt. „Die Errichtung einer schönen Kirche ist unsere brennendste Sehnsucht”, schrieb MR Dr. Constantin Mândrilă, ein Mitglied der Rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Wien im Jahr 1921.
Die Zeit war erfüllt, dass die rumänischen Orthodoxen sowie alle orthodoxen Mitbrüder in Wien – mit Gottes Wille – „ein Tor des Himmels“ bauen. Dass die Zeit reif wird, liegt in Gottes Hand, aber die Menschen bereiten diese Reife vor; für und durch die Menschen kommt sie.
2001 hat unsere Kirche einen Baugrund in der Simmeringer Hauptstraße 161/ Kobelgasse 18 gekauft. Am 2. Juli 2002 wurde mit dem Bau der rumänisch-orthodoxen Kirche begonnen und am 27. April 2003 zu Ostern die erste Liturgie in der neuen Kirche zelebriert. Mit Hilfe Gottes und der Unterstützung unserer Gläubigen wurde am 30. November am Gedenktag des heiligen Apostels Andreas die Ikonostase aufgestellt. Im August 2004 hat der Künstler Vasile LEFTER mit der Freskomalerei im Altarraum begonnen.
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